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Neusiedlersee, Vienna and surroundings

Neusiedlersee

Der Neusiedlersee: Österreichs größter See, Radwege, Vogelbeobachtung, Burgenland-Wein und wie man ihn mit Eisenstadt ab Wien kombiniert.

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Auf einen Blick

Größe
320 km² — größter See Mitteleuropas (Steppensee)
Tiefe
Durchschnittlich nur 1,2 m tief
Entfernung von Wien
65 km (1 Std. per Zug nach Neusiedl am See)
UNESCO-Status
Nationalpark seit 1993, Weltkulturerbe (2001)

Europas westlichster Steppensee

Der Neusiedlersee ist eine Besonderheit der mitteleuropäischen Geografie: ein riesiger, flacher, schilfbestandener See an der Grenze zwischen den Ostalpen und der ungarischen Steppe. Er ist im Durchschnitt nur 1,2 Meter tief — flach genug, dass er bei anhaltenden Dürren gelegentlich verdunstet — und von ausgedehnten Schilfgürteln (den größten in Europa, die etwa ein Drittel der Seefläche bedecken) umgeben, die ihn zu einem der bedeutendsten Feuchtgebiets-Ökosysteme des Kontinents machen.

Der See überspannt die österreichisch-ungarische Grenze. Der österreichische Abschnitt ist Nationalpark und UNESCO-Weltkulturerbe (gemeinsam mit dem ungarischen Fertő-Abschnitt); die umliegenden Burgenland-Weinörter produzieren seit der Römerzeit ausgezeichnete Rotweine (Blaufränkisch, Zweigelt).

Radfahren rund um den See

Der Neusiedlersee Radweg — der Radweg rund um den See — ist einer der beliebtesten Freizeitradwege Österreichs. Die vollständige Runde umfasst ca. 120 km und überquert die Grenze nach Ungarn am Andauer Grenzübergang (Reisepass erforderlich, oder österreichischer/EU-Personalausweis). Die meisten Besucher radeln den österreichischen Abschnitt (ca. 75 km von Neusiedl am See über Mörbisch nach Rust und zurück) — eine angenehme flache Route durch die Weinörter am Seeufer.

Fahrräder können am Bahnhof Neusiedl am See (10 Minuten vom Stadtzentrum) und in mehreren Orten rund um den See gemietet werden. Das Gelände ist durchgehend flach und leicht.

Vogelbeobachtung

Der Neusiedlersee liegt auf dem Via-Pannonica-Zugvogelweg und beherbergt über 300 Vogelarten. Die Schilfflächen sind Bruthabitat für den Purpurreiher, den Silberreiher, die Rohrdommel und den Löffler. Das offene Wasser zieht im Herbstzug riesige Scharen von Gänsen und Enten an. Die Aussichtstürme in Podersdorf am See und Illmitz sind die besten Plattformen für Seeblicke.

Die Nationalpark-Besucherzentren in Illmitz und Apetlon informieren über Vogelpopulationen und bieten geführte Vogelbeobachtungswanderungen an, besonders ergiebig im Frühling (April–Mai) und Herbst (September–Oktober).

Weinörter

Die Seeufer-Orte — Rust, Mörbisch, Oggau, Donnerskirchen — produzieren die Rotweine des Burgenlandes aus Weinbergen an den Hängen über dem Westufer des Sees. Rust ist am stärksten weinorientiert, mit einer „Ruster Ausbruch”-Bezeichnung für seinen Süßwein aus botrytisbefallenen Trauben — ein Stil, der dem Tokaji vergleichbar ist. Das Dorf hat einen besonderen Charme: Der Hauptplatz ist von Weinkellern mit direktem Verkauf umgeben; der Kirchturm ist bekannt für seinen Storchenkolonie (Rust ist die Storchhauptstadt Österreichs mit über 40 Brutpaaren).

Die Schloss-Esterházy-Haydn-Schritte-Tour im nahen Eisenstadt passt gut zu einem Neusiedlersee-Nachmittag — morgens Eisenstadt besuchen und nachmittags mit dem Fahrrad oder Bus zum See fahren.

Anreise

Mit dem Zug: Wien Meidling nach Neusiedl am See, ca. 1 Stunde. Neusiedl am See ist der Hauptknotenpunkt für den nördlichen Seeteil.

Für Rust und die Weinörter am Westufer: Bus von Neusiedl am See nach Eisenstadt (20 Minuten), dann Bus nach Rust (20 Minuten). Oder mit dem Auto: A3-Autobahn ab Wien, Ausfahrt Eisenstadt, 15 km nach Rust.

Wann besuchen

April und Mai für den Frühlings-Vogelzug und die ersten warmen Tage auf dem Wasser. Juni–August zum Schwimmen (der flache See erwärmt sich schnell — Wassertemperaturen erreichen im Sommer 26 °C), Radfahren durch die Weinörter und Rusts Störche mit Küken. September–Oktober für die Erntesaison, Weingut-Offene-Tage und den herbstlichen Vogelzug. Der See kann in kalten Wintern zufrieren und wird bei ausreichender Eisdicke mit Langlaufskiern befahren.