Wien Flitterwochen: 5 Tage imperialer Romantik
Vienna: Schönbrunn Palace Evening Tour, Dinner and Concert
Wien wurde für große Gesten gebaut — von Kaisern, die verstanden, dass Schönheit und Liebe politisch sind, von Architekten, die Marmor zum Sprechen brachten. Fünf Tage hier als Frischvermählte bedeutet langsame Morgen in Kaffeehäusern, private Palastführungen, ein Kerzenlichtkonzert in einem Gewächshaus aus dem 18. Jahrhundert und eine Weinkreuzfahrt durch ein Tal, das die Donau grub, als die Habsburger noch eine Grafenfamilie waren. Dieser Reiseplan priorisiert Atmosphäre über Effizienz.
Auf einen Blick
Tag 1: Ankunft und Hofburg mit privatem Führer. Tag 2: Schönbrunn am Morgen, Abendkonzert und Dinner. Tag 3: Wachauer Weinkreuzfahrt. Tag 4: Belvedere in Ruhe, private Klimt-Tour, Heuriger. Tag 5: Naschmarkt, Kaffeehäuser und ein Michelin-Dinner.
Tag 1: die Hofburg und ein erster Wiener Abend
Vormittag (9:30–13:00)
Widerstehen Sie dem Impuls, früh zu beginnen. Falls möglich, kommen Sie am Vorabend an, oder nutzen Sie den Gepäckservice des Hotels und beginnen Sie um 9:30 Uhr im Café Landtmann am Dr.-Karl-Lueger-Ring — das renommierteste Kaffeehaus der Ringstraße, frequentiert von Politikern, Schauspielern und dem verstorbenen Sigmund Freud. Bestellen Sie einen Melange (Wiener Café au lait), zwei Kipferl und nehmen Sie sich Zeit.
Gehen Sie von Landtmann durch den Volksgarten zur Hofburg — der Rosengarten ist im Juni und Oktober auf seinem Höhepunkt, und der Theseustempel (1823), der sich im formalen Teich spiegelt, ist eine der kleinen Vollkommenheiten Wiens.
Buchen Sie die geführte Tour durch Hofburg und Sisi Museum. Die Geschichte der Kaiserin Elisabeth (Sisi) — ihre unmögliche Rolle als kaiserliche Gemahlin, ihre obsessive Reiselust, ihre Ermordung in Genf 1898 — ist eine wirklich romantische und tragische Geschichte. Ein guter Führer lässt sie nachklingen.
Nachmittag (13:00–18:00)
Mittagessen im Café Central — der vollständige Tafelspitz, die besten der historischen Räume, eine geteilte Scheibe Sachertorte zur Klärung der Original-gegen-Rivale-Debatte (unser Urteil: Demels Rezept hat mehr Komplexität, Sachers Mehr an Schokoladenreichtum).
Nachmittagsspaziergang durch den 1. Bezirk: Graben, Kohlmarkt, die Kaisergruft in der Kapuzinerkirche (die Gruft, in der 149 Habsburger begraben sind — klein, ruhig, überraschend bewegend; Kaiser Franz II.s Sarkophag trägt eine lange Inschrift, die er selbst verfasste). Dann die Augustinerkirche (die Habsburger-Pfarrkirche, wo Königsherzen in silbernen Urnen in der Herzgruft aufbewahrt werden — neben der Albertina).
Abend (ab 19:30 Uhr)
Erstes Wiener Abendessen: Palmenhaus (Burggarten 1) — ein Art-Nouveau-Gewächshaus von 1901 im Burggarten, zum Restaurant umgebaut. Im Sommer Tische im tropischen Grün mit dem Brahms-Denkmal sichtbar draußen. Im Winter ist die dampfbeheizte Glashülle leuchtend. Die Speisekarte ist modern österreichisch; die Weinkarte sehr gut.
Nach dem Abendessen Spaziergang durch den Burggarten unter den Bäumen — die Mozart-Statue (1896) befindet sich hier, dem Musikverein zugewandt.
Tag 2: Schönbrunn und das Abendkonzert
Vormittag (8:45–12:30)
Schönbrunn zuerst — buchen Sie die Schönbrunn-Tour ohne Anstehen für 9:00 Uhr. Konzentrieren Sie sich bei der Großen Führung (45 Räume) auf die Räume, die die Liebesgeschichte erzählen: Maria Theresias Schlafgemach (sie hatte hier 16 Kinder), den Spiegelsaal, in dem Mozart im Alter von 6 Jahren für die Kaiserin spielte, und Franz Josephs Arbeitszimmer mit Elisabeths Portrait über seinem Schreibtisch. Er renovierte das Zimmer nach ihrem Tod nie um.
Nach dem Palast gehen Sie den Formalgarten hinauf zur Gloriette — 30 Minuten pro Weg, die Aussicht erfasst die volle Gartengeometrie und die Wiener Skyline dahinter. Das Gloriette-Café serviert Kaffee auf der Terrasse.
Nachmittag (13:30–17:00)
Mittagessen im Café Residenz (Schönbrunner Schlosspark) — teuer, aber die Umgebung ist unersetzlich. Oder Rückkehr in die Stadt für ein leichteres Mittagessen im Café Hawelka (Dorotheergasse 6) — seit 1939, unverändert, noch immer von der Gründerfamilie geführt. Die Buchteln (süße Bunen mit Pflaumenmarmeladen-Füllung) kommen täglich um 22:00 Uhr; für Frischvermählte beim Tagesbesuch reichen Melange und Menschenbeobachten.
Nachmittag: die Albertina für die Dauersammlung — Monets Seerosen, Cézanne und die 20.000-teilige Druckgrafik-Sammlung mit Dürers Feldhase (1502). Die Albertina ist auch der beste Ort in Wien für ein Sonnenuntergangsfoto: die Reiterstatue von Erzherzog Albrecht, die Staatsoper dahinter und die Ringstraße im späten Licht.
Abend: das Schönbrunn-Abendkonzert
Heute Abend ist das Herzstück der Wiener Flitterwochen. Buchen Sie das Wien: Schönbrunn Abendtour, Dinner und Konzert weit im Voraus — mindestens zwei Wochen, mehr im Sommer. Das Paket umfasst einen Sonnenuntergangsbesuch des Palastes, ein Kerzenlicht-Dinner in der Orangerie (dem 186 Meter langen Barockgewächshaus) und ein Konzert des Schönbrunner Barockensembles mit Mozart und Haydn. Die Orangerie im Kerzenlicht, mit abgeräumten Tellern und dem Einzug der Musiker, ist einer jener Abende, die zu einer dauerhaften Erinnerung werden.
Kosten: 95–130 € pro Person. Kleiden Sie sich festlich — das ist ein besonderer Anlass.
Tag 3: Wachauer Weinkreuzfahrt
Der romantischste der Tagesausflüge. Zwei Optionen:
Option A (organisierte Tour): Von Wien: Wachau-Tagestour mit Weinverkostung — kleine Gruppe, zwei oder drei Weingutbesuche, geführte Verkostungen von Grünem Veltliner und Riesling aus dem Wachauer Klassifizierungssystem (Steinfeder, Federspiel, Smaragd). Kombiniert mit einem Donau-Bootabschnitt durch die Schlucht. Das ist wirklich guter Wein mit Kontext — der Führer kennt die Winzer oft persönlich.
Option B (auf eigene Faust mit Zug und Boot): Zug von Wien Hbf nach Melk (1 Stunde 15 Minuten, 17 €). Aufstieg zum Stift Melk für 90 Minuten. DDSG Blue Danube Boot Melk → Dürnstein oder Krems (1 Stunde 45 Minuten, 27 €). Spaziergang durch das Dorf Dürnstein — die blaue Kirche, die Burgruine, die Marillenobstgärten. Zug zurück von Krems nach Wien (1 Stunde).
Für Frischvermählte: Option A ist intimer (kleine Gruppen, besserer Kontext) und die Weingutbesuche sind der Höhepunkt des Tages.
Was Sie in beiden Fällen sehen: die Wachauschlucht — terrassierte Weinberge, die zum Fluss abfallen, Burgruinen auf Höhen, mittelalterliche Dörfer auf Flusshöhe, das Benediktinerstift Melk über dem Elbogen. Das ist Österreichs schönstes Flusstal.
Tag 4: Belvedere, Klimt und ein Heuriger
Vormittag (9:00–12:30)
Oberes Belvedere bei Öffnung. Für Frischvermählte: Buchen Sie die private Klimt-Erfahrung statt des allgemeinen Eintritts — Wien: Belvedere und das Beste von Gustav Klimt — private Tour gibt Ihnen einen Führer, der die Symbolik von „Der Kuss” (1908) und „Judith I” (1901) tiefgreifend erklärt. „Der Kuss” — zwei Figuren vereint in Blattgold und Muster, die Stadt darunter sichtbar — wurde als Kommentar zur Beziehung von Franz Joseph und Elisabeth, als Allegorie auf Wiens goldenes Zeitalter und als schlicht technisch vollendete Darstellung erotischer Liebe in der westlichen Malerei gelesen. Ein Führer, der das Werk kennt, macht den Unterschied.
Nachmittag (13:00–17:00)
Spazieren Sie durch den Belvedere-Garten (kostenlos, 30 Minuten), dann in den 4. Bezirk zum Mittagessen im Steirereck im Stadtpark (wenn Monate im Voraus gebucht — Österreichs bestes Restaurant, 150–250 € pro Person, ein einmaliges Erlebnis). Zugänglicher: Meixner’s Gastwirtschaft (Buchengasse 64, 5. Bezirk) für regionale österreichische Küche zu ehrlichen Preisen.
Freier Nachmittag — der 7. Bezirk (Neubau) für Design-Shopping oder der Prater für einen gemächlichen Nachmittagsspaziergang entlang der Hauptallee.
Abend: ein Heuriger in Grinzing
Nehmen Sie die Straßenbahn D nach Grinzing oder die Straßenbahn 38 nach Nussdorf für einen Heurigenabend. Empfehlungen: Heuriger Mayer am Pfarrplatz (Pfarrplatz 2, 19. Bezirk) — wo Beethoven einen Sommer verbrachte, ausgezeichneter Hauseigener Riesling aus eigenen Weinbergen; Heuriger Sirbu (Kahlenbergerstraße 210) — offene Weinberge, Terrasse mit Stadtblick. Das kalte Buffet (Liptauer Käse, Räucherwaren, Brot) plus eine Karaffe Grüner Veltliner ist das Abendessen. Rückkehr mit der Straßenbahn.
Tag 5: Kaffeehäuser und ein Michelin-Abschiedsdinner
Vormittag (9:30–12:30)
Ein langsamer letzter Morgen in den Kaffeehäusern der Inneren Stadt. Beginnen Sie im Café Bräunerhof (Stallburggasse 2) — das Bernhard-Kaffeehaus (Thomas Bernhard verbrachte hier 20 Jahre lang jeden Morgen), vollständig unrenoviert, Zeitungen auf Holzhaltern, das Wiener Kaffeehaus, wie es wirklich ist statt wie es vermarktet wird. Dann gehen Sie zum Café Demel (Kohlmarkt 14) für den Kontrast — kaiserliche Zuckerbäcker seit 1786, das Schaufenster voller Zuckerskulpturen, die Kuchen so gut wie sie aussehen.
Nachmittag (13:00–17:00)
Naschmarkt für ein gemächliches Mittagessen von den Ständen — das ist der beste letzte Nachmittag in Wien: die Energie, die Vielfalt, die Verbindung zum alltäglichen Wiener Leben, die Paläste nicht geben können.
Nach dem Naschmarkt das Secessions-Gebäude (Friedrichstraße 12) — der Art-Nouveau-Ausstellungspavillon von 1898, für Klimts Generation gebaut. Die goldene Lorbeerblattkuppel, der Beethoven-Fries im Keller (Klimts monumentale Antwort auf Beethovens 9. Sinfonie) und die Inschrift des Gebäudes: Der Zeit ihre Kunst, der Kunst ihre Freiheit.
Abend: Abschiedsdinner
Für ein Flitterwochen-Abschiedsdinner: Steirereck im Stadtpark ist die erste Wahl, wenn der frühere Versuch nicht geklappt hat — Monate im Voraus buchen. Zugänglichere Alternativen: Meixner’s Gastwirtschaft für steirisch-österreichische Küche; Konstantin Filippou (Dominikanerbastei 17) für zeitgenössisch österreichisch auf Zwei-Michelin-Sterne-Niveau; oder das schöne Schweizerhaus Biergarten für einen entspannten, unvergesslichen letzten Abend im Prater.
Romantische Extras, die es wert sind
Fiakerfahrt: Eine Pferdekutsche vom Stephansplatz durch den 1. Bezirk kostet ca. 55 € für 30 Minuten. Touristisch, aber Wien-authentisch; die Pferde sind gut behandelt und die Kutscher lizenziert.
Privatem Empfang in Schönbrunn: Buchen Sie das exklusive Schönbrunn-After-Hours-Erlebnis — den Palast nach der Schließzeit, privaten Kerzenlicht-Zugang zu bestimmten Räumen. Premiumpreise (500 €+), aber außergewöhnlich.
Sonnenaufgang am Belvedere: Der Belvedere-Garten öffnet früh; die Ankunft um 7:30 Uhr vor den Reisebussen bedeutet die Brunnenachse ganz für sich allein.
Häufig gestellte Fragen zu diesem Reiseplan
Ist Wien teuer für Flitterwochen?
Wien ist nach westeuropäischen Maßstäben mittel bis gehoben. Luxuriöse Flitterwochen (Top-Hotel, Schönbrunn-Abendkonzert, Michelin-Dinner) kosten 400–600 € pro Tag für zwei. Ein mittleres romantisches Wien-Erlebnis (gutes Hotel, Konzert, schöne Restaurants) kostet 200–300 € pro Tag für zwei.
Was ist das romantischste Restaurant in Wien?
Für Atmosphäre: Palmenhaus (Art-Nouveau-Gewächshaus im Burggarten). Für Küche: Steirereck im Stadtpark (Österreichs bestes Restaurant). Für Wiener Tradition: Meixner’s Gastwirtschaft. Jedes ist romantisch auf eine andere Art.
Wann ist Wien am romantischsten?
Mai–Juni für die Rosengärten, September–Oktober für das goldene Licht und die Weinernte. Dezember für Weihnachtsmarktatmosphäre. Juli–August ist heiß und überfüllt — noch immer schön, aber mit mehr Aufwand.
Ist das Schönbrunn-Abendkonzert wirklich gut?
Ja — das Schönbrunner Barockensemble ist professionell, die Orangerie ist ein außergewöhnlicher Ort und das Dinner ist solide österreichische Küche (kein Touristenbuffet). Es ist ein Premiumtourismusprodukt, das gut ausgeführt wird. Unser Führer zum Schönbrunn-Abendkonzert erklärt, was Sie erwartet.
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