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Wien in 7 Tagen: ein Tieftaucher-Reiseplan mit Tagesausflügen

Wien in 7 Tagen: ein Tieftaucher-Reiseplan mit Tagesausflügen

Vienna: Schönbrunn Palace & Gardens Skip-the-Line Tour

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Eine Woche in Wien und seiner Umgebung reicht aus, um zu verstehen, warum diese Stadt einen Anspruch auf das europäische Gedächtnis besitzt, der ihr aktuelles politisches Gewicht weit übersteigt. Sieben Tage führen Sie durch den imperialen Kern, zu den Alpenseen, entlang der Donau durch Weinland, in die slowakische Hauptstadt und in die bewaldeten Hügel westlich der Stadt — alles ohne Auto.

Auf einen Blick

Tag 1–2: Wiener Kaiserkern und klassische Musik. Tag 3: Schönbrunn-Vertiefung und Heuriger. Tag 4: Wachau und Stift Melk. Tag 5: Hallstatt. Tag 6: Bratislava. Tag 7: Wienerwald, Belvedere und MuseumsQuartier.


Tag 1: Hofburg, Ring und Musikverein

Vormittag (9:00–12:30)

Stephansdom um 9:00 Uhr — Südturmaufstieg (6 €, 343 Stufen) für eine Orientierungsansicht. Das gotische Schiff ist bemerkenswert; der aufwändig verzierte Wiener Neustädter Altar (1447) im linken Querschiff wird von Gruppen, die direkt zum Ausgang eilen, meist übergangen.

Bis 10:00 Uhr gehen Sie Graben → Kohlmarkt zur Hofburg. Buchen Sie die geführte Tour durch Hofburg und Sisi Museum um 10:30. Der Führer liefert die habsburgische Geschichte, die alles kontextualisiert, was Sie in den nächsten sechs Tagen sehen werden.

Nachmittag (13:00–18:00)

Mittagessen im Café Central (Herrengasse 14). Nach dem Mittagessen den vollen Ringstraßenspaziergang (90 Minuten) am Parlament, Rathaus, Burgtheater und der Staatsoper vorbei. Betreten Sie das Kunsthistorische Museum ab 16:00 Uhr — die Bruegel-Sammlung (die weltgrößte), Raffaels Madonna im Grünen und Vermeers Kunstmalerei belohnen mindestens 2 Stunden.

Abend (ab 19:30 Uhr)

Buchen Sie das Wiener Klassikkonzert im Musikverein für heute Abend — der Goldene Saal ist Österreichs berühmteste Konzertstätte. Abendessen vorher im Café Schwarzenberg.


Tag 2: Innere-Stadt-Vertiefung und Kaiserliche Schatzkammer

Vormittag (9:00–12:30)

Kaiserliche Schatzkammer — Hofburgs unterschätzteste Sammlung. Die habsburgische Kaiserkrone, die Heilige Lanze, das Goldene Vlies und der 2.680-Karat-kolumbianische Smaragd der Rudolfinischen Sammlung. Planen Sie 2 Stunden ein. Eingang durch den Schweizerhof.

Dann: Spanische Hofreitschule — Vorstellungen Dienstag/Donnerstag/Samstag, Juli–August geschlossen. Falls Vorstellungsbetrieb, zeigt die 10:30-Uhr-Show (1 Stunde) die klassische Dressur der Lipizzaner-Hengste. Die barocke Winterreitschule (1729) ist UNESCO-Weltkulturerbe. Gut im Voraus buchen.

Nachmittag (13:00–18:00)

Nach einer Mittagspause im Café Frauenhuber (Himmelpfortgasse — angeblich Mozarts letzter öffentlicher Auftrittsort) verbringen Sie den Nachmittag in den Museen des zweiten Bezirks. Das Jüdische Museum Wien in der Dorotheergasse ist nachdenklich und historisch reich (2 Stunden). Alternativ die Albertina für die Dauersammlung (Monet, Picasso, Dürer).

Abend (ab 18:00 Uhr)

Spaziergang durch den Stadtpark in der goldenen Stunde — der Kursalon und die vergoldete Johann-Strauß-Statue sind hier. Abendessen im Steirereck im Stadtpark, falls das Budget es erlaubt (Österreichs bestbewertetes Restaurant, Monate im Voraus buchen) oder im Kim Kocht in der Lustkandlgasse für ausgezeichnete moderne österreichische Küche zu vernünftigen Preisen.


Tag 3: Schönbrunn, Zoo und Heuriger

Vormittag (8:45–12:30)

U4 zur Haltestelle Schönbrunn (12 Minuten vom Zentrum). Buchen Sie die Schönbrunn-Tour ohne Anstehen für 9:15 Uhr. Mit 7 Tagen mehr Zeit hier: Große Führung (45 Räume), dann der Schönbrunner Zoo (Tiergarten Schönbrunn — gegründet 1752, der älteste der Welt). Der Zoo braucht 2–3 Stunden; die Großen Pandas (Schönbrunn hat sie seit 2003) und das Tropenhaus sind Highlights.

Nachmittag (13:30–17:30)

Rückkehr in die Stadt. Mittagessen am Naschmarkt. Freier Nachmittag für Shopping (Mariahilfer Straße) oder einen zweiten Besuch im MuseumsQuartier — Leopold Museum für die weltgrößte Egon-Schiele-Sammlung.

Abend (ab 17:30 Uhr)

Mit der Straßenbahn D nach Grinzing für einen Heurigen. Die empfehlenswertesten: Heuriger Mayer am Pfarrplatz (Pfarrplatz 2, 19. Bezirk, wo Beethoven einen Sommer verbrachte), Heuriger Sirbu in der Kahlenbergerstraße für Riesling aus dem eigenen Weinberg oder Heuriger Hirt in Grinzing für Atmosphäre. Budget 30–40 € für zwei Personen inklusive Wein und kaltem Buffet.


Tag 4: Wachau und Stift Melk

Der vollständigste Wachau-Tag: Buchen Sie die Wien: Wachau, Stift Melk mit Donaubootfahrt. Abfahrt gegen 8:00–8:30 Uhr aus der Stadt.

Melk (10:00–12:00)

Stift Melk — das Benediktinerkloster über der Donau — ist eines der großen Barockbauten der deutschsprachigen Welt. Die Bibliothek (100.000 Bände, Deckenfresko von Paul Troger) und das Kircheninnere (Fresken von Johann Michael Rottmayr) sind atemberaubend. Die Terrassenansicht der Donauschleife vom Klostergarten ist das definitive Wachau-Foto.

Bootsfahrt: Melk nach Krems (ca. 12:30–14:30)

Die 1h45-minütige Bootsfahrt flussabwärts durch das UNESCO-Weltkulturerbe Wachau: Marillenobstgärten, terrassierte Rieslingweinberge, die Ruine der Burg Aggstein (11. Jahrhundert), Dürnsteins blauer Kirchturm und die Ruine, wo Richard Löwenherz gefangen gehalten wurde (1192–1193), und schließlich Krems am östlichen Ende der Wachau.

Krems (14:30–16:30)

Krems ist eine unterschätzte Stadt mit einer guten Altstadt und der Kunsthalle Krems für zeitgenössische Kunst. Das Stift Göttweig auf dem Hügel gegenüber von Krems ist vom Flussufer aus sichtbar.

Rückkehr nach Wien mit dem Bus (45–60 Minuten).


Tag 5: Hallstatt und das Salzkammergut

Frühe Abfahrt — die Hallstatt-Tagestour mit Bootsfahrt und Skywalk startet um 7:00–7:30 Uhr für die 3-stündige Fahrt südwärts ins Salzkammergut.

Hallstatt (10:00–16:00)

Das Dorf ist klein (700 Einwohner), aber die Lage ist außergewöhnlich: Pastellhäuser zwischen einem steilen Berg und dem Hallstätter See, mit dem Dachstein-Gletscher im Süden. Der Skywalk Aussichtspunkt (Seilbahn, dann 10 Minuten Fußweg) liefert den Instagram-Shot. Das Salzbergwerk (Salzwelten Hallstatt) ist wirklich faszinierend — Salz wird hier mindestens seit 1000 v. Chr. abgebaut, was dies zu einem der ältesten Industriestandorte Europas macht. Das Beinhaus im katholischen Kirchhof (verzierte Schädel, eine Tradition seit dem 18. Jahrhundert) ist verstörend auf die beste Art.

Die Bootsfahrt auf dem Hallstätter See vermittelt die Perspektive, die Fotografien selten einfangen: der Berg, der direkt aus dem Wasser aufsteigt, das Dorf auf dem schmalen Felsvorsprung.

Rückkehr nach Wien bis 20:00–21:00 Uhr.


Tag 6: Bratislava

Zwei Optionen. Option A — mit dem Zug: RegioJet oder ÖBB von Wien Hbf nach Bratislava hl. st. — 1 Stunde, ca. 10 €. Vollständig flexibel, unabhängig. Option B — geführte Tour: Bratislava-Führung mit Schnellboot kombiniert Transport, Stadtführung und eine dramatische Donauschnellbootfahrt — die Flusszufahrt zur Bratislavaer Burg ist unvergesslich.

Was in Bratislava zu tun ist

Bratislavaer Burg (Bratislavský hrad): 15 Minuten bergauf von der Altstadt, kostenlose Panoramablicke auf drei Länder an einem klaren Tag (Österreich, Ungarn, Slowakei). Das Historische Museum zeigt die slowakische Geschichte von der Vorgeschichte bis heute.

Altstadt (Staré Mesto): Michaelertor, die enge Zámocká-Straße, der Roland-Brunnen auf dem Hlavné námestie (Hauptplatz). UFO-Brücke (SNP-Brücke) Aussichtsplattform für Stadtblicke.

Mittagessen: Bryndzové halušky (Schafskäse-Kartoffelklöße mit Speck — Slowakeis Nationalgericht) im Pub Slovakia oder Kolkovna am Altstadtrand. Budget 15–20 € pro Person alles inbegriffen.

Hinweis: Bratislava nutzt Euro — kein Geldwechsel nötig.

Rückkehr nach Wien bis 19:00–20:00 Uhr mit RegioJet oder dem Tragflächenboot.


Tag 7: Wienerwald, Belvedere und Abschiedsessen

Vormittag (9:00–13:00): Wienerwald

Nehmen Sie den Bus oder eine organisierte Halbtagestour (die Wienerwald und Mayerling Halbtagestour dauert 4 Stunden) nach Mayerling — das Jagdschloss, in dem Kronprinz Rudolf 1889 unter bis heute umstrittenen Umständen starb. Das Schloss ist jetzt ein Karmeliterinnenkloster mit einem kleinen Kapellenmuseum. Weiter nach Stift Heiligenkreuz (gegründet 1133) — das älteste ununterbrochen bewohnte Zisterzienserkloster der Welt, in dem noch 80 Mönche leben; der romanische Kreuzgang ist außergewöhnlich.

Baden bei Wien (45 Minuten mit der Regionalbahn von Wien Josefsplatz) ist eine Alternative — die Biedermeier-Kurstadt, in der Beethoven 15 Sommer verbrachte und den Großteil seiner 9. Sinfonie schrieb.

Nachmittag (14:00–18:00): Oberes Belvedere

Rückkehr nach Wien für das Obere Belvedere — Gustav Klimts „Der Kuss” und die umfassende österreichische Kunstsammlung. Buchen Sie das Eintrittskarten für das Obere Belvedere für einen zeitgesteuerten Vor- oder Nachmittagsslot. Dann: der MuseumsQuartier-Hof für einen letzten Wiener Melange (Café au lait mit Schaumstoffmilch) im Café Leopold.

Abend (ab 19:00 Uhr)

Abschlussdessen im Plachutta Wollzeile (Wollzeile 38) — die definitive Adresse für Tafelspitz (gekochtes Rindfleisch in der Brühe, serviert mit Röstkartoffeln, Schnittlauchsauce und Apfelkren). Das ist, was die aristokratische Wien aß und was das zeitgenössische Wien noch immer isst, wenn es sich trösten lassen will. Vorher reservieren.

Absacker: ein Glas Zweigelt in der Vinothek W (Schottengasse 3) oder der Weinbar im Spittelberg-Viertel.


So passen Sie diesen Reiseplan an

Mit Auto (optional für Tag 4 und 7): Ein Auto ermöglicht die Wachau-3-Burgen-Route (Aggstein, Dürnstein, Schönbühel) und lässt Sie die Weinbergstraßen in Ihrem eigenen Tempo erkunden. Auch nützlich für den Wienerwald — Sie können Mayerling, Heiligenkreuz und die Perchtoldsdorfer Weinberge an einem Morgen kombinieren.

Für Musikliebhaber: Ersetzen Sie den Wienerwald-Morgen (Tag 7) durch einen Besuch im Haus der Musik (interaktives Klangmuseum, Seilerstätte 30) und einen Nachmittag im Kursalon für ein Strauß-Matinée-Programm.

Im Winter: Ersetzen Sie den Heurigenabend (Tag 3) durch den Schönbrunner Weihnachtsmarkt; fügen Sie den Rathausplatz-Weihnachtsmarkt zum Abend des ersten Tages hinzu. Die Wachau-Bootsfahrt läuft nicht November–März; ersetzen Sie durch die Wachau-Weinreise (nur Bus-Version) oder eine ganztägige private Wachau-Autofahrt.


Kosten und Logistik

7-Tage-Transport: Kaufen Sie eine Wiener Linien Wochenkarte (17,10 € für 7 Tage — das beste Preis-Leistungs-Verhältnis für eine Woche). Fügen Sie separate Punkt-zu-Punkt-Tickets für Bratislava (10 € pro Weg) und Tagesausflüge hinzu.

Durchschnittliche 7-Tage-Ausgaben (Paar, mittleres Budget): Rund 1.800–2.400 € für zwei, inklusive Unterkunft (mittleres Hotel bei 120–180 €/Nacht), alle Mahlzeiten, Sehenswürdigkeiten und die oben verlinkten Tagesausflüge.

Buchungscheckliste (mindestens 1–2 Wochen im Voraus): Schönbrunn Skip-the-Line, Musikverein-Konzert, Wachau-Tour, Hallstatt-Tour, Bratislava-Tour oder Zug, Plachutta-Tischreservierung.


Häufig gestellte Fragen zu diesem Reiseplan

Sind 7 Tage zu viel für Wien?

Nicht, wenn Sie die Tagesausflüge einbeziehen. Wien als Stadt könnte 4–5 Tage bequem füllen; die Wachau, Hallstatt, Bratislava und der Wienerwald fügen drei wirklich verschiedene Erlebnisse hinzu. Langsame Reisende könnten auf 10 Tage erweitern.

Brauche ich für diesen Reiseplan ein Auto?

Nein. Die Wachau- und Hallstatt-Tagesausflüge umfassen Transport; der Bratislava-Zug fährt stündlich. Die Wienerwald-Halbtagestour umfasst Busbeförderung. Ein Auto ist nützlich, aber nicht notwendig.

Wann sollte ich buchen?

Für einen Juli–August-Besuch: Schönbrunn Skip-the-Line, Musikverein-Konzert sowie Hallstatt- und Wachau-Tagesausflüge 3–4 Wochen im Voraus buchen. Plachutta nimmt Reservierungen 2–3 Wochen im Voraus an. In der Nebensaison (April–Juni, September–Oktober) reicht eine Woche im Voraus meist aus.

Was ist der beste Tag für Hallstatt?

Wochentage sind deutlich weniger überfüllt als Wochenenden. Die Ankunft vor 10:00 Uhr (wie organisierte Tagestouren typischerweise planen) vermeidet den schlimmsten Tagesurlauber-Andrang. Das Dorf ist an Sommersamstagsnachmittagen auf ein unangenehmes Niveau überfüllt.

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