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Wiener öffentlicher Nahverkehr: U-Bahn, Straßenbahn und Bus erklärt

Wiener öffentlicher Nahverkehr: U-Bahn, Straßenbahn und Bus erklärt

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Wie funktioniert der öffentliche Nahverkehr in Wien?

Das Wiener Linien-Netz umfasst fünf U-Bahn-Linien, über 30 Straßenbahnlinien und ein Busnetz. Einzeltickets kosten 2,40 € (gültig 1 Stunde); 24-Stunden-Tickets 5,80 €; 72-Stunden-Tickets 15,30 €. Papiertickets müssen vor dem Einsteigen in den blauen Entwertungsautomaten entwertet werden — für App-Tickets entfällt dieser Schritt. Das System ist hervorragend und deckt alle wichtigen Sehenswürdigkeiten ab.

Wiens öffentlicher Nahverkehr: einer der besten Europas

Das Wiener Linien-Netz wird regelmäßig zu den besten in Europa gewählt — in Abdeckung, Taktfrequenz und Preis-Leistungs-Verhältnis. Für einen Besucher, der drei bis fünf Tage in Wien verbringt, deckt das Netz jede wichtige Sehenswürdigkeit ab, fährt auf der U-Bahn im Takt von 3–5 Minuten in der Hauptverkehrszeit und kostet erheblich weniger als vergleichbare Systeme in London, Paris oder Zürich.

Dieser Leitfaden erklärt das Netz, die Ticketoptionen, die Entwertungsregeln (der häufigste Stolperstein) und wie man zwischen Fahrkarten wählt.

Das U-Bahn-Netz

Wien hat fünf aktive U-Bahn-Linien (eine sechste, die U5, ist in Bau und wird Anfang der 2030er Jahre erwartet):

U1 (rot): Oberlaa — Leopoldau. Wichtige Haltestellen für Besucher: Wien Hbf (Railjet-Verbindung zum Flughafen), Südtiroler Platz, Karlsplatz, Stephansplatz, Schwedenplatz, Praterstern. Diese Linie verläuft nord-südlich durch das Herz der Stadt und ist für die meisten Touristen die nützlichste Einzellinie.

U2 (lila): Karlsplatz — Seestadt (mit einigen Fahrten nach Aspern Nord). Wichtige Haltestellen: Karlsplatz, Museumsquartier, Rathaus, Schottentor, Taborstraße. Geeignet für das Museumsquartier (Kunsthistorisches Museum, Naturhistorisches Museum), das Rathaus und den Universitätsbereich.

U3 (orange): Ottakring — Simmering. Wichtige Haltestellen: Westbahnhof, Neubaugasse (7. Bezirk), Volkstheater, Herrengasse, Stephansplatz, Wien Mitte. Kreuzt die U1 bei Stephansplatz — dem meistfrequentierten Umsteigeknoten im Netz.

U4 (grün): Hütteldorf — Heiligenstadt. Wichtige Haltestellen: Hütteldorf, Schönbrunn, Pilgramgasse (Naschmarkt), Kettenbrückengasse (Naschmarkt), Karlsplatz, Wien Mitte, Schwedenplatz, Heiligenstadt. Dies ist die wesentliche Touristenlinie: Schönbrunn am einen Ende, das Weindorf-Viertel (Heiligenstadt) am anderen, über Karlsplatz, Naschmarkt und Wien Mitte.

U6 (braun): Siebenhirten — Floridsdorf. Wichtige Haltestellen: Siebenhirten, Philadelphiabrücke, Längenfeldgasse (Umstieg auf U4), Westbahnhof, Alser Straße, Jägerstraße, Handelskai, Floridsdorf. Weniger zentral für Touristen, aber nützlich zum Erreichen des 15.–22. Bezirks und der westlichen Vororte.

Praktische Hinweise zur U-Bahn

U-Bahn-Bahnsteige werden durch schrankenlose Tore betreten — die Fahrkartenkontrolle erfolgt durch Zivilbeamte, die zufällig in Züge einsteigen. Papiertickets vor dem Absteigen auf den Bahnsteig in den blauen Entwertungsautomaten am U-Bahn-Eingang (nicht am Bahnsteig selbst) entwerten.

U-Bahn-Takt: alle 3–5 Minuten im Berufsverkehr (7–9 Uhr, 16–19 Uhr), alle 5–8 Minuten außerhalb der Stoßzeiten, alle 10–15 Minuten nach Mitternacht.

Betriebszeiten: ca. 5 Uhr bis 0:30 Uhr an Werktagen. Freitag- und Samstagnacht: Die U-Bahn fährt rund um die Uhr.

Das Straßenbahnnetz

Wien verfügt über mehr als 30 Straßenbahnlinien (Straßenbahn), die die Stadt umfassend abdecken. Für Touristen die wichtigsten Linien:

Straßenbahn 1 und 2 (Ringstrassenbahnen): Umkreisen die Ringstraße an den großen Ringstraßengebäuden — Staatsoper, Albertina, Kunsthistorisches Museum, Parlament, Burgtheater, Rathaus. Ausgezeichnete Orientierungsrundfahrten. Linie 1 fährt im Uhrzeigersinn; Linie 2 gegen den Uhrzeigersinn.

Straßenbahn D: Vom Südbahnhof durch den 4. Bezirk nach Grinzing über Beethovenplatz, Schwarzenbergplatz und den 19. Bezirk. Nützlich für den Belvedere-Zugang und die Richtung Grinzinger Weindorf.

Straßenbahn 71: Von der Börse (Ringstraße) zum Zentralfriedhof (Wiens riesigem Friedhof, bekannt für die Gräber von Beethoven, Brahms, Schubert und Strauss). Ein klassisches Wien-Erlebnis.

Straßenbahn 49: Verbindet den Westbahnhof mit dem 14. Bezirk durch den 7. Bezirk (Neubau).

Entwertung in der Straßenbahn: Papiertickets in den blauen Automaten im Wagenzug beim Einsteigen entwerten (nicht an der Haltestelle). Niederflurstraßenbahnen (ULF-Modelle) haben die Automaten in Türnähe; ältere Züge in Fahrernähe.

Nachtverkehr

Nachdem der U-Bahn-Betrieb endet (ca. 0:30 Uhr an Werktagnächten), übernimmt Wiens Nachtbus-Netz mit ca. 30 N-Linien. Nachtbusse verkehren von 0:30 bis 5:30 Uhr; freitags und samstags fährt die U-Bahn rund um die Uhr, sodass Nachtbusse weniger benötigt werden.

Nachtbusse akzeptieren die Standard-Wiener-Linien-Tickets — dieselben Tickets oder Pässe, die Sie tagsüber verwenden, sind auch nachts gültig.

Ticket-Typen und Preise (2026)

TicketPreisGültigkeit
Einzelticket2,40 €1 Fahrt, unbegrenzte Umsteige, 1 h
24-Stunden-Ticket5,80 €24 h unbegrenzt
48-Stunden-Ticket10,30 €48 h unbegrenzt
72-Stunden-Ticket15,30 €72 h unbegrenzt
Wochenkarte17,10 €7 Tage unbegrenzt
Vienna City Card 24 h17 €24 h Fahrt + 200+ Rabatte
Vienna City Card 48 h25 €48 h Fahrt + 200+ Rabatte
Vienna City Card 72 h29 €72 h Fahrt + 200+ Rabatte
Kurzstrecke1,50 €2 Stationen (U-Bahn) oder 5 Stationen (Straßenbahn/Bus)

Welches Ticket ist das richtige für Sie?

2-Tages-Besuch: 48-Stunden-Ticket (10,30 €) oder Vienna City Card 48 h (25 €, wenn viele Attraktionen geplant sind).

3-Tages-Besuch: 72-Stunden-Ticket (15,30 €) — der häufigste Touristenkauf. Vienna City Card 72 h (29 €), wenn Sie 5+ kostenpflichtige Attraktionen mit entsprechenden Rabatten besuchen.

4–7 Tage: Wochenkarte (17,10 €) ist günstiger als mehrere Tagespässe.

Nur wenige Fahrten: Einzeltickets (2,40 € je Fahrt). Die Kurzstrecke (1,50 €) gilt nur für sehr kurze Wege.

Vienna City Card: unbegrenzter Nahverkehr plus Rabatte in 200+ Attraktionen

Vienna City Card: lohnt sie sich?

Die Vienna City Card kombiniert unbegrenzten Nahverkehr (U-Bahn, Straßenbahn, Bus, Nachtbus) mit Rabattgutscheinen in über 200 Attraktionen. Die Rabatte liegen zwischen 10 % und 30 % auf Eintrittspreise in Museen, Konzertlocations, Heurigen und Restaurants.

Es lohnt sich, wenn: Sie planen, an einem Tag 4+ kostenpflichtige Attraktionen zu besuchen (Schönbrunn, Belvedere, Kunsthistorisches Museum, Spanische Hofreitschule Morgentraining) UND den Nahverkehr häufig nutzen.

Es lohnt sich nicht, wenn: Sie hauptsächlich kostenlose Sehenswürdigkeiten besuchen (Gärten, Stephansdomschiff, Ringstraßenspaziergang) — dann spart das einfache 72-Stunden-Ticket 13,70 €.

Die Break-Even-Rechnung: Das 72-Stunden-Ticket kostet 15,30 €. Die Vienna City Card 72 h kostet 29 €. Die Differenz beträgt 13,70 €. Wenn Ihre Attraktionsrabatte über 3 Tage mehr als 13,70 € ausmachen, rechnet sich die City Card. Für typische Erstbesucher-Reiserouten mit 3+ Museen und einem Konzert tut sie es.

Lesen Sie unsere ausführliche Vienna City Card-Bewertung.

Die entscheidende Entwertungsregel

Dies ist die wichtigste praktische Information in diesem Leitfaden. Papiertickets müssen vor der Fahrt entwertet werden. Das Fehlen der Entwertung wird wie das Fahren ohne Ticket geahndet — 105 € Strafe von Zivilbeamten.

So entwerten Sie:

  • U-Bahn: blaue Stempelautomaten am Eingang jeder U-Bahn-Station (vor dem Absteigen auf den Bahnsteig). Ticket einführen, Piepen hören, Ticket wird gestempelt.
  • Straßenbahn: blaue Automaten im Wagenzug in Türnähe. Einsteigen, dann sofort stempeln.
  • Bus: blaue Automaten in Fahrernähe oder an den Türen im Bus. Einsteigen und stempeln.

Smartphone-App-Tickets: Über die Wiener Linien-App gekaufte und aktivierte Tickets sind vorvalidiert. Kein Stempeln erforderlich. Dies ist für viele Besucher die komfortabelste Option.

Tages-/Mehrtageskarten: Müssen nur einmal bei der Erstbenutzung entwertet werden. Der Automat stempelt Datum und Uhrzeit; die Karte gilt dann von diesem Moment an für 24/48/72 Stunden.

Wo man Tickets kauft

  • Wiener Linien-App: Am einfachsten. Kaufen und auf dem Handy aktivieren. Akzeptiert gängige Kreditkarten.
  • Blaue Fahrkartenautomaten: An jedem U-Bahn-Eingang. Akzeptiert Bargeld (Münzen und Scheine) und Karten.
  • Straßenbahn-/Busautomaten: Einige Straßenbahnhaltestellen haben Automaten; die meisten nicht. Vor dem Einsteigen kaufen.
  • Tabakläden (Trafik): Der traditionelle Weg — erhältlich in Trafiken (Tabak-/Zeitschriftengeschäften) in der ganzen Stadt.
  • Flughafen Wien: Wiener-Linien-Automaten am S-Bahn-Bahnsteig für Stadtverkehrstickets.

Hop-on Hop-off vs. U-Bahn

Wiens Hop-on-Hop-off-Bustouren decken die Ringstraßensehenswürdigkeiten mit Kommentar in 19 Sprachen ab und sind für einen ersten Orientierungsnachmittag tatsächlich nützlich — um das Layout der Ringstraße kennenzulernen und einen Audio-Guide zu den Gebäuden zu erhalten. Sie sind kein Ersatz für die U-Bahn beim täglichen Transport.

Lesen Sie unseren Vergleich Hop-on Hop-off vs. Wiener U-Bahn für die detaillierte Analyse.

Wichtige Routen für Touristen

VonNachBeste Option
Flughafen (VIE)Wien HbfRailjet (4,40 €, 16 Min.)
Wien HbfSchönbrunnU1 bis Karlsplatz, Umstieg U4 (10 Min.)
Wien HbfStephansplatzU1 (2 Stationen, 4 Min.)
Wien HbfBelvedereU1 bis Südtiroler Platz (2 Min. Fußweg zum unteren Belvederegate)
StephansplatzMuseumsquartierU3 bis Volkstheater (3 Stationen)
StephansplatzNaschmarktU4 ab Schwedenplatz bis Kettenbrückengasse (3 Stationen)
KarlsplatzPrater/RiesenradU1 bis Praterstern (3 Stationen)
HeiligenstadtStadtzentrumU4 (Weindorf-Zug, 15 Min.)

Häufig gestellte Fragen zum Wiener öffentlichen Nahverkehr

Muss ich mein Ticket in Wien entwerten?

Ja, bei Papiertickets. Vor der Fahrt in den blauen Stempelautomaten einführen. App-Tickets sind vorvalidiert. Fehlende Entwertung kostet 105 € Strafe.

Wie komme ich als Tourist am günstigsten durch Wien?

Das 72-Stunden-Ticket (15,30 €) ist am besten für einen 3-tägigen Aufenthalt. Die Vienna City Card (17–29 €) ergänzt über 200 Attraktionsrabatte, kostet aber mehr. Einzeltickets (2,40 €) eignen sich nur für 1–2 Fahrten.

Welche U-Bahn-Linien bedienen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten?

U4: Schönbrunn und Naschmarkt. U1: Stephansplatz und Wien Hbf. U2: Museumsquartier und Rathaus. U3: Stephansplatz und Wien Mitte.

Ist der Wiener Nahverkehr nachts sicher?

Ja. Die U-Bahn fährt bis 0:30 Uhr an Werktagen und rund um die Uhr freitags bis samstags. Nachtbusse decken alle wichtigen Routen an Werktagnächten ab.

Dürfen Kinder kostenlos im Wiener Nahverkehr fahren?

Kinder unter 6 Jahren fahren immer kostenlos. Kinder von 6 bis 15 Jahren fahren sonntags, an Feiertagen und in den Schulferien mit Begleitung kostenlos.

Häufig gestellte Fragen zu Wiener öffentlicher Nahverkehr: U-Bahn, Straßenbahn und Bus erklärt

Muss ich mein Ticket in Wien entwerten (abstempeln)?

Ja, bei Papiertickets. Stecken Sie das Ticket vor der Fahrt in den blauen Entwertungsautomaten — bei der U-Bahn am Eingang, in der Straßenbahn beim Einsteigen im Wagenzug, im Bus in der Nähe des Fahrers. App-Tickets der Wiener Linien sind vorvalidiert und müssen nicht entwertet werden. Fehlende Entwertung kostet 105 € Strafe.

Wie komme ich als Tourist am günstigsten durch Wien?

Das 72-Stunden-Ticket (15,30 €) ist das beste Angebot für einen 3-tägigen Aufenthalt. Für kürzere Aufenthalte sind das 24-Stunden- (5,80 €) oder 48-Stunden-Ticket (10,30 €) günstig. Die Vienna City Card (17 €/24 h, 25 €/48 h, 29 €/72 h) kombiniert unbegrenzte Fahrten mit Rabatten in über 200 Attraktionen. Einzeltickets (2,40 €) lohnen sich nur für 1–2 Fahrten.

Welche U-Bahn-Linien bedienen die wichtigsten Sehenswürdigkeiten?

U4 (grün): Schönbrunn, Karlsplatz (Musikverein), Schwedenplatz. U1 (rot): Stephansplatz, Karlsplatz, Wien Hbf (Railjet zum Flughafen). U2 (lila): Museumsquartier, Rathaus, Schottentor. U3 (orange): Westbahnhof, Stephansplatz, Wien Mitte (CAT). U6 (braun): Naschmarkt (Pilgramgasse), Westbahnhof.

Ist der Wiener Nahverkehr nachts sicher?

Ja. Die U-Bahn fährt bis etwa 0:30 Uhr sonntags bis donnerstags und freitags sowie samstags rund um die Uhr. Nachtbusse (Nachtbus) mit dem Präfix N decken alle wichtigen Routen von 0:30 bis 5:30 Uhr an Werktagnächten ab. Straßenbahnen fahren bis Mitternacht. Das System ist sicher und gut genutzt.

Dürfen Kinder kostenlos im Wiener Nahverkehr fahren?

Kinder unter 6 Jahren fahren immer kostenlos. Kinder von 6 bis 15 Jahren fahren sonntags, an Feiertagen und in den Schulferien (in Begleitung eines Erwachsenen) kostenlos. Außerhalb dieser Zeiten zahlen Kinder von 6 bis 15 Jahren den ermäßigten Jugendtarif. Unter 6 Jahren ist kein Ticket erforderlich.

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