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Neusiedlersee Radfahren: die 135-km-Seerunde und beste Routen

Neusiedlersee Radfahren: die 135-km-Seerunde und beste Routen

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Kann man den Neusiedlersee komplett umradeln?

Ja – die Vollrunde um den See (einschließlich der ungarischen Seite) beträgt ca. 135 km, typischerweise in 2 Tagen bewältigbar. Für einen Tagesausflug von Wien aus sind der Nordabschnitt (Neusiedl bis Mörbisch, ~50 km) oder die österreichische Seite allein (80 km) praktische Radstrecken.

Europas größter Steppensee und Österreichs beste Radroute

Der Neusiedlersee (ungarisch: Fertő-tó) ist eine Anomalie in der europäischen Landschaft – ein flacher Salz-Steppensee inmitten der Pannonischen Tiefebene, umgeben von ausgedehnten Schilfflächen, die einen der bedeutendsten Vogellebensräume des Kontinents beherbergen. Seine Durchschnittstiefe beträgt 1,5 Meter; im 19. Jahrhundert trocknete er zeitweise vollständig aus. Heute ist er ein UNESCO-Welterbe (gemeinsam mit der ungarischen Fertő-Region), ein Ramsar-Feuchtgebiet von internationaler Bedeutung und der Schauplatz einer der besten Radrouten Österreichs.

Der See liegt im Burgenland, Österreichs östlichstem Bundesland, ca. 50 km südöstlich von Wien. Ein Tagesausflug von der Stadt kombiniert sich sehr gut mit der Neusiedlersee-Radrunde – der Zug von Wien Hauptbahnhof nach Neusiedl am See dauert 50 Minuten, Fahrräder werden im Zug mitgenommen, und das flache Gelände rund um den See ermöglicht es jedem Fitnessniveau, einen Tag lang Rad zu fahren.

Die Neusiedlersee-Radroute

Die beschilderte Radroute rund um den Neusiedlersee (mit den charakteristischen blau-weißen Seeroutenschildern) folgt dem gesamten Seeufer – 135 km einschließlich des ungarischen Abschnitts. Die Route führt durch Weindörfer, Nationalpark-Feuchtgebiete, Habsburger Paläste und Storchennistdörfer. Sie ist flach, gut gepflegt und familienfreundlich durchgehend.

Österreichischer Abschnitt (80 km, ein Tag)

Der österreichische Abschnitt verläuft von Neusiedl am See im Uhrzeigersinn um den See: Neusiedl → Weiden → Oggau → Rust → Mörbisch → Illmitz → Podersdorf → Neusiedl. Diese 80-km-Runde ist an einem einzigen Radtag machbar (5–7 Stunden einschließlich Stopps) für gut trainierte Radfahrer, oder kann durch die saisonale Fähre zwischen Mörbisch und Illmitz verkürzt werden (Abkürzung über den See, spart 30 km).

Wichtige Stopps auf dem österreichischen Abschnitt:

Rust (30 km von Neusiedl): Das bekannteste Dorf am See, eine als „Freistadt” designierte Gemeinde, die ihre Unabhängigkeit von ungarischer Lehnsherrschaft im 17. Jahrhundert mit 30.000 Eimern Wein erkaufte. Heute ist Rust für den süßen Weinstil Ruster Ausbruch und seine Storchenkolonie bekannt – ca. 40 Storchenpaare nisten auf den Schornsteinen und eigens installierten Plattformen im Dorf. Einen Weißstorch über sich hinwegfliegen zu sehen ist eines der charakteristischen Bilder eines Neusiedlersee-Besuchs.

Der Rathausplatz mit seinen Storchenplattformen ist das visuelle Zentrum des Dorfes; das Weinmuseum behandelt die Ausbruch-Weingeschichte. Gute Heurigen-Weinstuben säumen den Hauptplatz.

Mörbisch am See (45 km von Neusiedl): Bekannt für die Mörbischer Seefestspiele – ein Open-Air-Operetten-Festival auf einer schwimmenden Bühne, das Juli–August stattfindet. Die Seekulisse ist atemberaubend. Außerhalb der Festivalzeit ist Mörbisch ein ruhiges Weindorf mit einem charakteristischen „weißgetünchten” Baustil.

Illmitz (60 km von Neusiedl): Das Eingangstor zum Seewinkel-Nationalpark. Das Besucherzentrum des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel befindet sich hier, mit Ausstellungen zum See-Ökosystem und geführten Vogelbeobachtungstouren. Die Seewinkel-Salzlacken (Lacken) östlich von Illmitz beherbergen Stelzenläufer, Säbelschnäbler und seltene Zugvögel. Geführte Vogelbeobachtungsspaziergänge April–Oktober erhältlich.

Podersdorf (70 km von Neusiedl): Das wichtigste Baderesort am österreichischen Seeufer – das einzige Dorf mit direktem Seezugang (der größte Teil des österreichischen Ufers ist Schilfflächen). Windsurfing- und Segelschulen betreiben hier im Sommer.

Vollständige Runde einschließlich Ungarn (135 km, 2 Tage)

Die vollständige 135-km-Runde überquert am südlichen Ende des Sees nach Ungarn, führt durch die ungarische Grenzstadt Fertőd (Heimat des Esterházy-Palastes „Versailles von Ungarn” – ein 126-Zimmer-Barockpalast, in dem Haydn 27 Jahre lang arbeitete, bevor er nach Eisenstadt zog) und die historische Stadt Sopron (30 km in Ungarn, eine außergewöhnlich gut erhaltene mittelalterliche Stadt mit römischem Erbe).

Praktische Hinweise für den ungarischen Abschnitt:

  • Beide Länder sind EU/Schengen – keine Passkontrollen am Seeübergang
  • Ungarn verwendet ungarische Forint (HUF), keine Euro – Bargeld mitbringen oder Geldautomaten in Fertőd oder Sopron benutzen
  • Mobiles Roaming: EU-Regeln gelten für EU-SIM-Karten; die meisten Tarife beinhalten Roaming
  • Der Esterházy-Palast in Fertőd ist für Besucher zugänglich (getrennt vom Eisenstädter Esterházy-Palast) und fügt der Runde einen halben Tag hinzu
  • Sopron ist ein logischer Übernachtungsstopp für die 2-Tage-Runde – gute Unterkunft, ausgezeichnete Restaurants, direkte Zugverbindung zurück nach Wien (2 Std.)

Anreise zum Neusiedlersee von Wien

Mit dem Zug (50 Minuten)

Route 1: Wien Hauptbahnhof → Neusiedl am See (direkte S-Bahn-Linie S60 oder Regionalzug, 50 Minuten, stündlich). Fahrräder sind auf allen Fahrten erlaubt (Fahrradkarte, ca. €3 extra). Das ist der Standardansatz für einen Radtagesausflug.

Route 2: Wien Hauptbahnhof → Eisenstadt (Bus, 1 Stunde) und dann von Eisenstadt zum See radeln (20 Minuten nach Neusiedl am See, flach). Das eignet sich für Besucher, die Eisenstadt und den See kombinieren.

Fahrradverleih in Neusiedl am See

Mehrere Verleihstationen in Neusiedl am See:

  • Am Bahnhof (am praktischsten für Tagesgäste, die mit dem Zug ankommen)
  • Im Stadtzentrum
  • E-Bikes und Lastenräder bei den meisten Stationen erhältlich (€20–35 für einen Standard-Tagesverleih, €35–50 für E-Bikes)

E-Bikes werden für die vollständige 80-km-österreichische Runde empfohlen – das flache Gelände ist auf einem Standardrad machbar, aber das E-Bike beseitigt jede Erschöpfungssorge und ermöglicht mehr Zeit für Stopps.

Vorabbuchung für Mietfahrräder ist an Sommerwochenenden und Feiertagen ratsam, wenn die Nachfrage hoch ist.

Vogelbeobachtung am Neusiedlersee

Die Schilfflächen und Seewinkel-Salzlacken östlich des Sees sind einer der bedeutendsten Vogellebensräume in Mitteleuropa. Die flache Landschaft und der Übergang zwischen See, Schilf, Salzlacken, Steppe und Weingarten schafft eine außergewöhnliche Habitatvielfalt. Wichtige Arten:

Ganzjährig oder brütend: Silberreiher, Graureiher, Purpurreiher, Seidenreiher, Brauner Sichler, Kormoran, Zwergscharbe, Rohrweihe, Bartmeise, Rohrdommel.

Sommerbrüter (April–August): Weißstorch (berühmt in Rust – bis zu 40+ Brutpaare), Löffler, Großtrappe (Seewinkel-Wiesen), Uferschnepfe, Säbelschnäbler, Stelzenläufer.

Frühjahrs- und Herbstzugvögel (April–Mai, August–Oktober): Zehntausende Gänse und Enten, Wat- und Greifvögel.

Winter: Riesige Blässgänseschwärme, Saatgänse, Seeadler auf der Jagd über den Schilfflächen.

Das Besucherzentrum des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel (Illmitz) organisiert geführte Vogelbeobachtungsspaziergänge mit Ranger-Guides. Vorabbuchung empfohlen: nationalparkneusiedlersee.at.

Wein am Neusiedlersee

Burgenländischer Wein ist ein wesentlicher Grund, warum Besucher in diesen Winkel Österreichs kommen. Das seebeeinflusste Mikroklima – Morgennebel, warme Tage – schafft die Botrytis-Bedingungen für außergewöhnliche Süßweine. Der bekannteste Stil: Ruster Ausbruch, ein Spätlese-Süßwein aus Rust, produziert aus Furmint und Welschriesling, in der Qualität mit Sauternes und Tokaji vergleichbar.

Aber die Region produziert auch ausgezeichnete Trockenweine: Weiße (Weißburgunder, Welschriesling, Chardonnay) und Rote (Zweigelt, Blaufränkisch, St. Laurent – letzterer besonders gut aus der kühleren Leithaberg-Unterregion nördlich von Rust).

Weingüter entlang der Radroute mit Verkostungsräumen:

  • Weingut Wenzel (Rust): preisgekrönter Ausbruch, Direktverkauf ab Keller
  • Weingut Umathum (Frauenkirchen): ausgezeichnete Rote, darunter ein gefeierter Blaufränkisch Hallebühl
  • Weingut Gesellmann (Deutsch Schützen): im Südburgenland, leicht abseits der Seeroute, aber ausgezeichnet für Blaufränkisch

In den meisten Dörfern rund um den See gibt es in der Saison Heurigen (Weinstuben). Die beste Konzentration: Rust und Mörbisch am Westufer.

Praktische Informationen

Entfernungen:

  • Neusiedl am See bis Rust: 30 km
  • Neusiedl am See bis Mörbisch: 45 km
  • Österreichische Vollrunde: 80 km
  • Vollständige Runde einschließlich Ungarn: 135 km

Routenbedingungen: Flach, befestigte Radwege durchgehend. Keine nennenswerten Hügel. Einige Abschnitte auf verkehrsarmen Dorfstraßen.

Fähre über den See: Eine saisonale Fähre verkehrt zwischen Mörbisch und Podersdorf (Abkürzung des südlichen Schilf-Abschnitts), spart ca. 30 km. Aktuelle Fahrpläne unter neusiedlersee.at prüfen.

Was mitbringen: Sonnenschutz (das flache Gelände bietet auf langen Strecken keinen Schatten), Wasser, eine leichte Jacke für die Schilf-Abschnitte (der Seewind kann kalt sein) und Fernglas, wenn Vogelbeobachtung Priorität hat.

Beste Karte: Die offizielle Neusiedlersee-Radroutenkarte ist kostenlos im Tourismusbüro Neusiedl am See und bei den meisten Fahrradverleihstationen erhältlich.

Wann man am Neusiedlersee Rad fahren sollte

Mai: Ideal – Störche sind zurückgekehrt, Weingärten treiben aus, Temperaturen angenehm (18–24°C). Noch nicht überlaufen.

Juni: Sehr gut, etwas wärmer. Der See kann Ende Juni warm genug zum Schwimmen sein (20–22°C Wassertemperatur).

Juli–August: Heiß (30°C+), aber beliebt. Der See ist warm und die Radcafés sind geöffnet. Früh starten, um die Mittagshitze zu meiden.

September: Die Erntezeit. Trauben werden gelesen, Störche bereiten sich auf den Zug südwärts vor, die Lichtqualität ist früh morgens außergewöhnlich. Insgesamt der beste Monat.

Oktober–April: Radfahren ist möglich, aber Dienstleistungen sind reduziert. Viele Heurigen schließen. Die Störche sind abgezogen. Vogelbeobachtung für Winterarten (Gänse, Seeadler) ist November–Februar ausgezeichnet.

Den Eisenstadt-Tagesausflug-Führer lesen für die Kombination von Esterházy-Palast und Neusiedlersee an einem Tag, und das Wien-7-Tage-Reiseprogramm für die Integration des Burgenlands in eine längere Reise.

Häufig gestellte Fragen zum Radfahren am Neusiedlersee

Wie komme ich zum Neusiedlersee von Wien für einen Radtagesausflug?

Mit dem Zug von Wien Hauptbahnhof nach Neusiedl am See (direkt, 50 Minuten, S-Bahn-Linie S60 oder Regionalzug). Fahrräder sind erlaubt (Fahrradkarte erforderlich). Alternativ Räder in Neusiedl am See bei der Ankunft mieten.

Ist die Radroute am Neusiedlersee flach?

Ja – der See und das umliegende Gelände sind fast vollständig flach. Die Radroute um den See verläuft auf eigenen Radwegen oder verkehrsarmen Straßen. Für alle Fitnessniveaus geeignet, auch für Familien.

Wo kann ich am Neusiedlersee ein Fahrrad mieten?

Fahrradverleih in Neusiedl am See, am Bahnhof und in Rust, Mörbisch und Podersdorf. E-Bikes bei den meisten Verleihstationen erhältlich.

Muss ich für die vollständige Seerunde nach Ungarn einreisen?

Ja – der See erstreckt sich über die österreichisch-ungarische Grenze. Die vollständige 135-km-Runde führt durch Fertőd (Esterházy-Palast) und Sopron. Keine Passkontrollen (beide Länder sind Schengen-Mitglieder).

Welche Tierwelt ist am Neusiedlersee zu sehen?

Die Schilfflächen und Steppenwiesen des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel beherbergen einen der wichtigsten Vogellebensräume Europas: Weißstörche, Silberreiher, Löffler, Kormorane, Großtrappen und über 350 erfasste Arten.

Wann ist die beste Zeit zum Radfahren am Neusiedlersee?

Mai bis Oktober. Störche kommen März–April und fliegen August–September weg. Mai und September sind ideal – angenehme Temperaturen (18–25°C), keine Extremhitze, und im Mai treiben die Weingärten aus.

Häufig gestellte Fragen zu Neusiedlersee Radfahren: die 135-km-Seerunde und beste Routen

Wie komme ich zum Neusiedlersee von Wien für einen Radtagesausflug?

Mit dem Zug von Wien Hauptbahnhof nach Neusiedl am See (direkt, 50 Min., S-Bahn-Linie S60 oder Regionalzug). Fahrräder sind auf diesen Zügen erlaubt (Fahrradkarte erforderlich). Alternativ Räder in Neusiedl am See bei der Ankunft mieten.

Ist die Radroute am Neusiedlersee flach?

Ja – der See und das umliegende Gelände sind fast vollständig flach (der See hat eine Durchschnittstiefe von 1,5 m). Die Radroute um den See verläuft auf eigenen Radwegen oder verkehrsarmen Straßen. Für alle Fitnessniveaus geeignet, auch für Familien.

Wo kann ich am Neusiedlersee ein Fahrrad mieten?

Fahrradverleih gibt es in Neusiedl am See, am Bahnhof und in mehreren Dörfern rund um den See, darunter Rust, Mörbisch und Podersdorf. E-Bikes sind bei den meisten Verleihstationen erhältlich – für die volle 135-km-Runde empfohlen.

Muss ich für die vollständige Seerunde nach Ungarn einreisen?

Ja – der See erstreckt sich über die österreichisch-ungarische Grenze. Die vollständige 135-km-Runde führt durch die ungarischen Seestädte Fertőd (Esterházy-Palast) und Sopron. Keine Passkontrollen (beide Länder sind Schengen-Mitglieder).

Welche Tierwelt ist am Neusiedlersee zu sehen?

Die Schilfflächen und Steppenwiesen des Nationalparks Neusiedler See – Seewinkel beherbergen einen der wichtigsten Vogellebensräume Europas: Weißstörche, Silberreiher, Löffler, Kormorane, Großtrappen und über 350 erfasste Arten. Im Dorf Rust nisten über 40 Storchenpaare.

Wann ist die beste Zeit zum Radfahren am Neusiedlersee?

Mai bis Oktober. Die Störche kommen März–April und fliegen August–September weg. Mai und September sind ideal – angenehme Temperaturen (18–25°C), keine Extremhitze, und im Mai treiben die Weingärten aus.