MUMOK Wien: Moderne Kunst im Museumsquartier
Vienna: Upper Belvedere & Permanent Collection Entry Ticket
Lohnt sich ein Besuch im MUMOK in Wien?
Das MUMOK ist Wiens wichtigstes Museum für internationale moderne und zeitgenössische Kunst – Fluxus, Pop Art, Nouveau Réalisme, Wiener Aktionismus und zeitgenössische Installation und Malerei. Empfehlenswert für alle, die sich für internationale Nachkriegskunst interessieren. Für rein österreichische Kunst (Klimt, Schiele) sind das Leopold Museum oder das Belvedere stärker. Tickets ca. €14; einplanen 1,5–2 Stunden.
Das MUMOK und Wiens Verhältnis zur internationalen zeitgenössischen Kunst
Wiens Verhältnis zur internationalen zeitgenössischen Kunst ist komplexer als es zunächst erscheinen mag. Die Stadt dominierte die europäische Moderne durch die Wiener Secession (ab 1897) und brachte einige der bedeutendsten Künstlerkarrieren des 20. Jahrhunderts hervor (Klimt, Schiele, Kokoschka). Aber von den 1920er Jahren bis zur Nachkriegszeit stand Wien weitgehend außerhalb der Hauptkanäle der internationalen zeitgenössischen Kunst – die durch Paris, New York und Düsseldorf verliefen.
Das MUMOK existiert zum Teil, um dem entgegenzuwirken: Es ist die Institution, die Wiens außergewöhnliche lokale Kunstgeschichte mit den internationalen Nachkriegsbewegungen verknüpft und die Werke von Warhol, Lichtenstein, Rauschenberg und Klein beherbergt, die es Besuchern ermöglichen, die Kunst des 20. Jahrhunderts als zusammenhängende Geschichte zu verstehen, statt als Reihe nationaler Kapitel.
Was Sie vor dem Besuch wissen sollten
Adresse: Museumsplatz 1, 1070 Wien (Museumsquartier) Öffnungszeiten: Dienstag–Sonntag 10–18 Uhr; donnerstags 10–21 Uhr. Montags geschlossen. Eintritt: Ca. €14 Erwachsene; unter 19 Jahren kostenlos Anfahrt: U2 bis Museumsquartier (2 Minuten) oder U3 bis Volkstheater (5 Minuten)
Das MUMOK-Gebäude – ein dunkler Basaltlava-Würfel, der einen architektonischen Kontrapunkt zum weißen Kalkstein des Leopold Museums bildet – ist im Museumsquartier sofort unverwechselbar. Der Kontrast zwischen den beiden Materialien macht die kulturelle Grenze zwischen den beiden Sammlungen sichtbar, bevor man eines der Gebäude betritt.
Die Dauersammlung: worauf man sich konzentrieren sollte
Amerikanische Pop Art
Die Ludwig-Kollektions-Schenkung, die das Rückgrat der MUMOK-Dauersammlung bildet, umfasst bedeutende amerikanische Pop-Art-Werke: Andy-Warhol-Siebdrucke und -Gemälde, Roy-Lichtenstein-Comics-Leinwände, Robert-Rauschenberg-Combines, Jasper-Johns-Flaggen und -Karten. Diese Werke – die das europäische Kunstbewusstsein transformierten, als sie in den frühen 1960er Jahren erstmals erschienen – sind hier gut vertreten.
Die Warhol-Werke sind die unmittelbar beliebtesten. Die Rauschenberg-Combines – dreidimensionale Assemblagen, die alltägliche Gegenstände mit Farbe verbinden – sind die formal radikalsten und interessantesten, mit denen man Zeit verbringen kann.
Europäische Bewegungen: Fluxus und Nouveau Réalisme
Das MUMOK besitzt bedeutende Beispiele von Fluxus – der internationalen Bewegung, die die Grenze zwischen Kunst und Leben aufzulösen suchte, oft durch Performance und die Verwendung alltäglicher Gegenstände als Kunstmaterial. Yoko Ono, Nam June Paik, Joseph Beuys und Dieter Roth gehören zu den im Fluxus-Umfeld vertretenen Künstlern.
Die Nouveau-Réalisme-Werke (Jean Tinguely, Niki de Saint Phalle, Yves Klein) sind unter den stärksten Beständen dieses Abschnitts. Kleins Monochrome – die IKB-(International Klein Blue-)Werke – sind besonders eindrucksvoll und erzeugen bei Betrachtern starke Reaktionen.
Dokumentation des Wiener Aktionismus
Wie die Albertina Modern besitzt das MUMOK bedeutende Dokumentation des Wiener Aktionismus. Die Sammlungen ergänzen sich: Das MUMOK-Material zum Aktionismus tendiert zur Dokumentation (Fotografien, Film, Manifeste), während die Bestände der Albertina Modern eher Originalmaterialien umfassen.
Für Besucher, die sich eingehend für den Aktionismus interessieren, vermittelt der Besuch beider Institutionen das vollständigste Bild.
Zeitgenössische Kunst
Die oberen Stockwerke des MUMOK umfassen rotierende Präsentationen aus der zeitgenössischen Sammlung: Malerei, Skulptur, Installation und Videokunst österreichischer und internationaler Künstler von den 1990er Jahren bis heute. Der zeitgenössische Bereich ändert sich regelmäßig und ist am variabelsten, was die bei einem bestimmten Besuch gezeigten Werke betrifft.
Der Kontext des Museumsquartiers
Das MUMOK ist eine von mehreren Kulturinstitutionen im Museumsquartier-Campus, zu dem auch das Leopold Museum, die Kunsthalle Wien (nur Wechselausstellungen, keine Dauersammlung), das Architekturmuseum (Az W) und das Kindermuseum der Wien Museum (Zoom) gehören. Der zentrale Innenhof – einer der größten Kulturhöfe Europas – ist an Abenden und Wochenenden ein Treffpunkt für Wiener.
Die Kombination Leopold Museum (österreichischer Modernismus, Schiele/Klimt) + MUMOK (internationale Nachkriegskunst) an einem Nachmittag deckt das wichtigste Terrain der Kunst des 20. Jahrhunderts ab. Der Innenhof zwischen beiden ist ein natürlicher Haltepunkt.
Wien: Oberes Belvedere und Eintrittskarte für die DauerausstellungDas Obere Belvedere ist die ergänzende Institution für österreichische Kunst vor MUMOKs Zeitraum – Klimt, Schiele und österreichische Malerei des 19. Jahrhunderts.
Tickets für die Albertina-AusstellungenDie Albertina Modern am Karlsplatz bildet die Brücke zwischen der Wiener-Secession-Zeit (Leopold Museum) und der Nachkriegszeit (MUMOK) – ihre Sammlung österreichischer Kunst der 1920er–1960er Jahre vervollständigt das Bild.
Ehrliche Einschätzung
Das MUMOK ist ein ernsthaftes Museum für ernsthafte Museumsgänger. Es ist nicht primär auf Touristen ausgerichtet – seine Dauersammlung hat kein einzelnes ikonisches Werk, das dem Klimt-Kuss oder der Venus von Willendorf entspricht. Die Belohnung kommt aus der Auseinandersetzung mit einem kohärenten kunsthistorischen Argument über die Nachkriegszeit, nicht aus einer Abfolge von Meisterwerken.
Für Besucher, die die wesentlichen Wiener Sehenswürdigkeiten (KHM, Belvedere, Schönbrunn) gesehen haben und ihre Museumszeit auf zeitgenössische Kunst ausweiten möchten, ist das MUMOK der richtige nächste Schritt. Für Erstbesucher mit begrenzter Zeit sind das Leopold Museum und das Belvedere die Prioritäten im Museumsquartier.
Donnerstagabend (geöffnet bis 21 Uhr) ist die ruhigste Besuchszeit. Die Dauersammlungsgalerien sind am späten Nachmittag selten voll.
Häufig gestellte Fragen zum MUMOK
Was ist das MUMOK?
Das MUMOK (Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig Wien) ist Österreichs größtes Museum für moderne und zeitgenössische Kunst im Museumsquartier. Seine Sammlung konzentriert sich auf internationale Kunst von 1900 bis heute.
Was umfasst die Dauersammlung im MUMOK?
Amerikanische und europäische Pop Art (Warhol, Lichtenstein, Rauschenberg), Fluxus, Nouveau Réalisme, Wiener Aktionismus sowie zeitgenössische internationale Malerei, Skulptur und Installation.
Wo liegt das MUMOK in Wien?
Museumsplatz 1, Museumsquartier – U2 bis Museumsquartier (2 Minuten) oder U3 bis Volkstheater (5 Minuten).
Ist das MUMOK für Kinder geeignet?
Pop-Art- und Fluxus-Bereiche sind oft für Teenager ansprechend. Wiener-Aktionismus-Dokumentation kann grafisch sein. Kinder unter 10 Jahren finden das Haus der Musik oder das Naturhistorische Museum generell ansprechender.
Wie unterscheidet sich das MUMOK vom Leopold Museum?
Das MUMOK konzentriert sich auf internationale Nachkriegskunst; das Leopold auf österreichischen Expressionismus (Schiele, Klimt). Eher ergänzend als überschneidend.
Wann hat das MUMOK geschlossen?
Montags geschlossen. Dienstag–Sonntag 10–18 Uhr geöffnet; donnerstags 10–21 Uhr.
Häufig gestellte Fragen zu MUMOK Wien: Moderne Kunst im Museumsquartier
Was ist das MUMOK?
Was umfasst die Dauerausstellung im MUMOK?
Wo liegt das MUMOK in Wien?
Ist das MUMOK für Kinder geeignet?
Wie unterscheidet sich das MUMOK vom Leopold Museum?
Wann hat das MUMOK geschlossen?
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