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Wien-Wochenende: 48 Stunden, die ehrliche Version

Wien-Wochenende: 48 Stunden, die ehrliche Version

Vienna: Schönbrunn Palace & Gardens Skip-the-Line Tour

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Achtundvierzig Stunden reichen, um Wien zu kosten — aber nur, wenn Sie ehrlich sind, was hineinpasst. Dieser Reiseplan lässt das Wunschdenken hinter sich und gibt Ihnen zwei Tage, die machbar, befriedigend und wirklich Wienerisch sind. Die ehrliche Version bedeutet: ein Palast (nicht zwei), ein Museum (richtig gemacht) und ein Abend, den Sie nicht vergessen werden.

Auf einen Blick

Samstag: Stephansdom, Hofburg, Nachmittag im Kaffeehaus und ein klassisches Konzert. Sonntag: Schönbrunn am Morgen (im Voraus gebucht), Belvedere am Nachmittag, ein letztes Abendessen am Würstelstand. Zwei Tage, U-Bahn überall, kein Anstehen.


Samstagvormittag (9:00–12:30): die Innere Stadt

Beginnen Sie beim Stephansdom, wenn er um 9:00 Uhr öffnet. Verzichten Sie auf die Katakomben und den Nordturm — der Südturmaufstieg (343 Stufen, 6 €) bietet bessere Aussichten und dauert 30 Minuten hin und zurück. Das gotische Hauptschiff ist der eigentliche Grund, hier zu sein: ein Kilometer Rippengewölbe und farbiges Glas, an dem Einheimische vorbeigehen und Touristen hastig vorübereilen.

Gehen Sie den Graben westwärts entlang. Die Fußgängerzone ist am schönsten am Morgen, bevor die Einkäufer eintreffen. Am Ende biegen Sie in den Kohlmarkt ein und gehen durch den Michaelertor (den Kuppeleingang) in die Hofburg um 10:00 Uhr.

Buchen Sie die geführte Tour durch Hofburg und Sisi Museum für die Abfahrt um 10:30. Das ist der zeiteffizienteste Weg, das Sisi Museum, die Kaiserappartements und das Silberdepot in 2,5 Stunden mit Kontext zu erkunden. Ohne Führer brauchen Sie für dieselben Räume 3+ Stunden und fühlen sich orientierungslos.

Samstagnachmittag (13:00–18:00): Kaffeehaus und Ringstraße

Mittagessen im Café Central (Herrengasse 14) — die gewölbte frühere Börse ist der atmosphärischste Raum Wiens für Tafelspitz oder Gulasch. Ja, es ist touristisch; ja, es ist trotzdem ausgezeichnet. Budget 25 € pro Person.

Danach spazieren Sie die Ringstraße — 30–45 Minuten vom Burgtor im Uhrzeigersinn am Parlament, Rathaus, Burgtheater und der Staatsoper vorbei. Das ist kostenlose Stadtarchitektur auf höchstem Niveau, und die meisten überspringen sie.

Verbringen Sie 16:00–17:30 Uhr in der Albertina (Albertinaplatz 1) — nicht das gesamte Museum, nur die Dauersammlung impressionistischer Gemälde (Monets Seerosen, Cézanne, Picassos Blaue Periode). Eintritt 18 €.

Um 18:00 Uhr, falls noch nicht geschehen, einchecken ins Hotel. Der 1. Bezirk (Innere Stadt) ist für ein Wochenende die praktischste Basis: Alles auf diesem Reiseplan ist binnen 20 Minuten zu Fuß oder mit der U-Bahn erreichbar.

Samstagabend (ab 19:30 Uhr): ein Konzert, das sich lohnt

Heute Abend ist der Grund, vorher zu buchen. Das Wiener Klassikkonzert im Musikverein — Vivaldi, Mozart, Strauss im Goldenen Saal, in dem die Wiener Philharmoniker ihr Neujahrskonzert spielen. Es ist ein Touristenkonzert (nicht die Philharmoniker), aber von professionellen Musikern im akustisch renommiertesten Saal Europas aufgeführt. Tickets 45–65 €; mindestens eine Woche im Voraus buchen, besonders im Sommer.

Abendessen vor dem Konzert im Café Schwarzenberg (schnell, gut, nahe am Musikverein) oder atmosphärischer im Palmenhaus im Burggarten — ein Art-Nouveau-Gewächshaus von 1901, das zum Restaurant umgebaut wurde.


Sonntagvormittag (8:45–12:30): Schönbrunn, richtig gemacht

Die wichtigste Buchung für ein Wien-Wochenende: Schönbrunn ohne Anstehen. Ohne Voranmeldung übersteigen die Schlangen am Schalter um 10:00 Uhr im Sommer 60–90 Minuten. Mit Buchung sind Sie um 9:15 Uhr drinnen.

Große Führung (45 Räume, 55 Minuten Audioguide): das Millionenzimmer (Palisanderholz mit indischen Miniaturen), Franz Josephs spartanisches Eisenbett, Maria Theresias Schlafgemach. Nach dem Palast gehen Sie direkt den Gartenweg hinauf zur Gloriette — dem Triumphbogen auf dem Hügel — für das beste Panorama über Wien. Planen Sie 30 Minuten pro Weg ein; die Aussicht ist es wert.

Versuchen Sie nicht, auch noch den Zoo unterzubringen. Der Schönbrunner Zoo (der älteste der Welt) verdient 2–3 Stunden. Wenn der Zoo Ihre Priorität ist, lassen Sie die Gloriette aus und überspringen Sie das Palastinnere.

Sonntagnachmittag (13:30–17:30): Belvedere und ein letzter Spaziergang

Rückkehr in die Stadt. Schnelles Mittagessen am Naschmarkt (10 Minuten zu Fuß von der U4) oder eine Käsekrainer vom Würstelstand.

Oberes Belvedere von 14:00 bis 16:30 — buchen Sie das Eintrittskarten für das Obere Belvedere online, um nicht anstehen zu müssen. Klimts „Der Kuss”, Schieles Selbstporträts und der Barockgarten machen dies zur zweiten unverzichtbaren Sehenswürdigkeit bei einem 48-Stunden-Besuch.

Nach dem Belvedere gehen Sie nördlich durch den 3. Bezirk in Richtung Stadtpark — 20 Minuten zu Fuß. Die Johann-Strauß-Statue im Stadtpark, die Weiden über dem Wienfluss und der Kursalon-Pavillon sind 30 Minuten gemächlichen Spazierens wert.

Sonntagabend: der richtige Abschluss

Ein echter Wiener Würstelstand — konkret der an der Praterstraße beim Praterstern oder der an der Naschmarkt-Ecke Kettenbrückengasse — ist eine echte Wiener Institution. Die Käsekrainer (Schweinswurst mit eingebettetem Käse, im Halbweck mit Senf serviert) ist Mitternachtsessen für Einheimische und Frühendessen für Eingeweihte. Budget 4–6 €.

Wenn Sie ein richtiges Abschlussessen wünschen: Zum Wohl am Bauernmarkt (1. Bezirk) serviert gute österreichische Aufschnitte, Käse und Wachauer Weine offen ausgeschenkt in entspannter Atmosphäre. Keine Reservierung nötig.


Was an einem Wochenende zu überspringen ist

Die Spanische Hofreitschule — Vorstellungen sind weit im Voraus geplant (Dienstag/Donnerstag/Samstag) und Juli–August geschlossen. Wenn der Spielplan nicht perfekt mit Ihrem Wochenende zusammenfällt, ist das etwas für eine längere Reise.

Der Wienerwald oder die Wachau als Tagesausflug — beide sind Ganztagsprogramme (8–10 Stunden). Ein Wochenende kann keinen Tagesausflug verkraften, ohne die Stadt selbst zu opfern.

Schönbrunn und Hofburg an einem Tag — das ist der häufigste Fehler. Beide verdienen 2–3 Stunden. Lieber eines richtig als beide gehetzt.

Die Touristenkarten der Konzertverkäufer — Mozart-Imitatoren in Perücken und roten Röcken operieren vor der Staatsoper und der Albertina. Das oben erwähnte Musikverein-Konzert ist legitim; die „Original-Mozart-Konzert”-Visitenkarten nicht.


Häufig gestellte Fragen zu diesem Reiseplan

Schönbrunn oder Hofburg — was ist besser für ein Wochenende?

Besuchen Sie die Hofburg am Samstagvormittag und Schönbrunn am Sonntagvormittag, wie oben beschrieben. Beide sind für einen Erstbesuch unverzichtbar; der Schlüssel ist die Vorabkasse für Schönbrunn (Sommerschlangen sind brutal) und eine Führung für die Hofburg (die Geschichte lässt die Räume Sinn ergeben).

Lohnt sich das Musikverein-Konzert für eine Nacht?

Ja — für den Saal und das Erlebnis definitiv. Unser Vergleich der Wiener Klassikkonzerte erklärt den Unterschied zwischen Tourismusprogrammen und authentischen Aufführungen. Für ein Wochenendurlauber ist das Musikverein die richtige Wahl.

Wo sollte ich für einen 48-Stunden-Besuch übernachten?

Im 1. Bezirk (Innere Stadt) liegt alles auf diesem Reiseplan in 10–20 Minuten Entfernung. Etwas günstiger ohne Einbuße bei der Lage: der 7. Bezirk (Neubau) oder in der Nähe des Naschmarkts. Vermeiden Sie Hotels in Flughafennähe, außer Ihr Flug ist früh am Sonntagabend.

Was, wenn es regnet?

Wien ist im Regen außergewöhnlich gut — das Kunsthistorische Museum allein füllt einen nassen Tag. Hofburg, Albertina und das Schönbrunn-Palastinnere sind alle vollständige Innenraum-Erlebnisse. Der Schönbrunnergarten und der Gloriette-Spaziergang sind die einzigen wetterabhängigen Teile dieses Reiseplans.

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